Obergurgl nach Oetz – eine Talfahrt?


Um 10:34h nahm ich den Bus das Oetztal hoch in Richtung Obergurgl, wo ich mit meiner Tour gestartet bin.

Übrigens, das Oetztal ist gestuft. Es geht häufig von einer steilen Stufe in eine Ebene über. Es geht also nicht nur runter, es geht sehr oft über Ebenen, in welchen mir der Wind entgegen blies. Nett! Auch ein wenig anstrengend, aber doch ein toller Tag.

So, nun zum Start-Ort: Obergurgl

Start in Obergurgl. Schönes Wetter – aber saukalt (11° C)

Der Name Gurgl wird auf Gurgall zurückgeführt, was so viel wie
„Ort im Gletscherkranz“ bedeuten soll. Die Spuren der ersten
Besiedelung gehen bis 7500 v. Chr. zurück, ab etwa 4500 v. Chr. gibt es
Nachweise von Brandrodung und Weidewirtschaft im Raum Obergurgl. Die Besiedelung erfolgte nicht vom Inntal her über das Ötztal, sondern vom Vinschgau über den Alpenhauptkamm.

Gurgl wurde 1250 erstmals erwähnt, als ein „Heberhardus von Gurgele“, ein Dienstmann der Vinschgauer Herren von Montalban, in einer Urkunde genannt wurde.

Am 27. Mai 1931 landete Auguste Piccard
nach der Aufstellung eines neuen Höhenrekordes mit dem Ballon am
Gurgler Ferner, wo er eine Nacht verbringen musste, bevor er von
Obergurgl aus geborgen wurde. An diese Landung erinnert ein 1989
errichtetes Denkmal.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Gurgl zu einem Wintersportort,
1949 wurde der erste Schlepplift in Obergurgl errichtet, gefolgt vom
Sessellift auf die Hohe Mut im Jahr 1953. 1960 wurde die Timmelsjoch-Hochalpenstraße fertiggestellt. Die Timmelsjoch-Hochalpenstrasse führt ins Südtirol und ist während ca. 2 – 3 Monaten im Jahr offen. Sonst ist sie schneebedeckt. Das ist auch der Grund, weshalb zur Zeit so viele Motorräder das Oetztal rauffahren.

Beim Start in Obergurgl war es 11° kalt. Brrh! Zum Glück bin ich gut ausgerüstet. Zuerst probierte ich, ob es mit dem Kurzarm-Shirt und Windstopper inkl. Regen/Windschutz erträglich ist. Das war es nicht. In Untergurgl habe ich dann die Langarmvariante montiert. Dann hatte ich „nur“ noch an den Fingern kalt, da ich nur fingerlose Handschuhe habe.

Der nächste grössere Ort ist Sölden. Bekannt vor allem durch den Winter-Tourismus und die FIS-Rennen auf den Gletschern. Aber interessant ist auch, dass Sölden mit 466,88 km² die flächenmäßig größte Gemeinde in
Österreich ist.

Das Gemeindegebiet von Sölden erstreckt sich von der grünen
Weitung der vierten Ötztalstufe bis zur hochgelegenen Wasserscheide im
Süden, die die Staatsgrenze zu Südtirol, Italien bildet. 146 km² sind von Gletschern bedeckt, 321 km² von Gipfeln, Almen und Wäldern, und nur etwa 1 km² sind verbautes Gebiet.

Übrigens ist Sölden am nächsten Freitag (meinem Abreisetag), der Zielort der Bergetappe der Tour de Suisse. 

Der Sommertourismus ist in Sölden beinahe zum erliegen gekommen. Sölden selber hat von der Infrastruktur her etwas von einem nicht sehr schönen Winterskigebiet. Ohne Schnee irgendwie trostlos. Die Table-Dance-Schuppen und die riesigen Diskotheken zeugen von feuchtfröhlichen Festen in der Wintersaison. Nein Danke, das ist nichts für mich!

Hier einige Eindrücke der tollen Fahrt durchs Ötztal:

Längenfeld
Bei Längenfeld
Wasserlauf/-Fall unterhalb Längenfeld
Entlang der Oetztaler Ache
Man ist gottesfürchtig im Ötztal!
Ein Blick zurück auf ein wunderschönes Wolkenbild

10 Minuten nach meiner Ankunft im Resort ging über dem Ötztal ein regelrechter Wolkenbruch runter. Da hab ich unwahrscheinliches Glück gehabt, während meiner Fahrt schien immer die Sonne. Ist ist halt schon so: wenn Engel reisen …

Um 17:00h durfte ich dann meinen geschundenen Körper unter die heilenden Hände des Masseurs legen, eine Wohltat!

Natürlich möchte ich Euch auch diesesmal das Abendessen nicht vorenthalten:

Salat vom Buffet
Schweinsmedaillon + Tomate überbacken auf einer Basilikum-Sauce mit Polenta
Topfenknödel auf Zwetschgen

Und nun ist der Blog für heute geschrieben! Es war ein toller Tag mit sehr vielen schönen Eindrücken. In der Schweiz ist das Wetter leider ziemlich besch….eiden. Ich habe grosses Glück, hier Sonne tanken zu dürfen.

Ich wünsche allen Lesern eine wohlverdiente Nachtruhe und „Pfuused guet“.